Bericht von der IGZ Mitgliederversammlung in Magdeburg-Ottersleben

Am 23. + 24. März fand in Magdeburg-Ottersleben die diesjährige Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Zugpferde statt.

Die gemütlichen Räume des Bildungsnetzwerkes Magdeburg, eine große weiße Villa aus den 1890er Jahren samt Gästehaus, boten den idealen Rahmen. Die vielen Besucher der Veranstaltung arbeiteten sich durch eine volle Tagesordnung und es herrschte durchweg eine gute Arbeitsatmosphäre.

Nach den notwendigen Formalitäten des Vereins einschließlich Kassenbericht und Haushaltsplan erhielten die Versammelten Besuch der Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt Frau Prof. Dr. Claudia Dalbert, die die Teilnehmer in Sachsen-Anhalt willkommen hieß. In Ihrem Grußwort wies sie darauf hin, dass das Arbeitspferd in Sachsen Anhalt mit dem Rheinisch Deutschen Kaltblutpferd eine große kulturelle Tradition darstellt und dass es in Zukunft in den Wäldern dieses Bundeslandes auch unter modernen Aspekten wiederum einen Platz einnehmen wird. Unter den klimarelevanten Erfordernissen der  Anpassungen des Waldbildes zu mehr Artenreichtum und Vielschichtigkeit kann mit Rückepferden der Waldboden geschont und die Ökobilanz insgesamt deutlich verbessert werden. Schon jetzt befürworten die Bürger den Einsatz von Arbeitspferden in der Waldbewirtschaftung, denn es kommt der ländlichen und touristischen Region zu Gute. Danach hörte sich die Ministerin den Rechenschaftsbericht des Vorstandes an und nutzte die Kaffeepause noch für etliche Einzelgespräche, in denen sie von vielen Besonderheiten ums Arbeitspferd in Sachsen Anhalt hörte.

Bei den danach stattfindenden Wahlen wurden der 1. Vorsitzende Elmar Stertenbrink, die Kassenführerin Ingrid Röthke-Hagen und die Schriftführerin Silvia Ruppender mit großer Mehrheit der Stimmen in ihre Ämter wiedergewählt. Bei den Vertretern der Landesverbände im Bundesvorstand gab es einige Änderungen. Der Landesverband Berlin/Brandenburg wird zukünftig von Stephan Dietrich vertreten. Klaus-Peter Fitzner legte sein Amt nach acht Jahren nieder. Theresa Hiemesch folgt Sebastian Dahlkötter im Amt für den Landesverband Nordrhein-Westfalen und Dr. Jürgen Böhm gab sein Amt zugunsten von Doreen Wolter auf. Diese vertritt jetzt den gastgebenden Landesverband Sachsen-Anhalt. Werner Goller vertritt weiterhin den Landesverband Baden-Württemberg und der Landesverband Niedersachsen wird weiterhin von Christoph Nolte vertreten.

Zuletzt wurde Dr. Benjamin Blumenstein zum Vertreter der IGZ in der internationalen Zugpferdeorganisation FECTU gewählt. Dr. Blumenstein folgt in dieser Funktion dem langjährigen Vertreter der IGZ, Herrn Dr. Reinhard Scharnhölz. Dieser war bis 2013 auch Vorsitzender der IGZ. Alle scheidenden Funktionsträger erhielten als Dank für ihre Arbeit eine Flasche eines mit Pferden erwirtschafteten Weines unseres Mitgliedes Herbert Heußler vom Weingut Heußler.

Der letzte Tagesordnungspunkt des Tages war eine Podiumsdiskussion zwischen sechs bewährten, langjährigen IGZ-Mitgliedern zum Thema „Die IGZ zwischen Wettkampf und Arbeitseinsatz – Inhaltlicher Widerspruch oder ideale Ergänzung?“. Anders als vorhergesagt kristallisierte sich dabei heraus, dass beide Schwerpunkte sich gegenseitig stützen und gebraucht werden. Es gibt also keinen tatsächlichen Widerspruch.

Am nächsten Tag nach den umfangreichen Berichten der Landesverbände hielt Dr. Ingo Nörenberg einen Vortrag über die Veränderungen der Kaltblutrassen durch die Zucht in den letzten 50 Jahren am Beispiel des Rheinisch-Deutschen Kaltblutpferdes. Anschließend stellte Frau Katrin Dorkewitz (Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) die Arbeit der GEH vor. Im Anschluss wurde eine gegenseitige Mitgliedschaft und eine weitere Zusammenarbeit beschlossen. Den Abschluss des Vortragsteiles bildete ein gut recherchierter Vortrag über die weiter zunehmende Verbreitung des Wolfes in Deutschland von Dr. Peter Herold und die damit verbundenen Probleme und Aufgaben für Weidetierhalter. Die zum Teil unterschiedlichen Standpunkte unter den Mitgliedern zu diesem Thema stellten sich schnell heraus und führten nach gegenseitiger Darstellung immerhin zu mehr Akzeptanz der einzelnen Akteure und Betroffenen. Ein sehr wichtiges und komplexes Thema, bei dem „ein hoher Sachverstand erforderlich ist, um zu klugen Ergebnissen zu gelangen“ stellte die Versammlung einmütig fest.

Nach den Berichten aus den Arbeitskreisen endete die Veranstaltung mit der Verabredung für die nächste Mitgliederversammlung und weitere Veranstaltungen. Alle empfanden die Veranstaltung als gelungenes Treffen und traten motiviert für die zukünftigen Aufgaben des Vereins aber erschöpft die Heimreise an.