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1.Tag 16. Oktober 2009
Das Wetter war zu Beginn schon mal bescheiden, aber das Motto für diesen Lehrgang und oberstes Gebot: „ES GIBT KEIN SCHLECHTES WETTER, NUR SCHLECHTE KLEIDUNG“
Treffpunkt war 10 Uhr in Laichingen-Machtolsheim. So ziemlich alle Teilnehmer trafen pünktlich ein, der Eine oder Andere hatte noch mit dem Freitag-Stau-Syndrom zu kämpfen, aber schließlich und endlich konnten wir sie begrüßen.
Zuerst war natürlich der organisatorische Teil an der Reihe:
- Vorstellung der IG Zugpferde durch den Landesvorsitzende Gerhard Schröder
- Vorstellung der 9 Teilnehmer und ihre Erwartungen an den Kurs
- Vorstellung der drei Referenten Claudia Hassler, Holger Kessemeier und Christel Erz
- Vorstellung des Fuhrunternehmen ROSSNATOUR
und schon kommt man von Pontius zu Pilatus!
Was sehr interessant war, es waren drei Teilnehmer dabei die keinerlei Erfahrung mit Pferden hatten, sich jedoch mit der Materie Pferd und Arbeit gerne näher befassen wollten. Nach der Grundtheorie bei Kaffee und Butterbrezeln, gingen wir zum praktischen Teil über. Geschirrkunde (nicht Tassen, Teller, etc.) sondern Arbeitsgeschirre für Pferde und wie anlegen der Selben. Christels geduldiger Schwarzwälder Domino ließ die Prozedur brav über sich ergehen, Kumt auf und ab, Brustblatt auf und ab! (Achtung Ohren anlegen und Augen zu) Geduldig, wie ihre Pferde, ließ auch Christel alle Fragen über sich ergehen und beantwortete sie „Fachfrauisch“. Durch ein kurzes Vesper zum Mittagessen ließen wir unseren Wissensdurst nicht unterbrechen. Rege Diskussionen in allen Ecken.
Mit zwei Pferden in zwei Gruppen wurde nachmittags das „Lenken“ geübt. Vorab danke an das ROSSNATOUR-TEAM, Ausbilder und Pferde, ihr seid sehr geduldig ! „Hott“ für rechts, „Hüsch“ für links und „Halt“ halt - für Halt. OK alles klar! Wie war das mit rechts und links, mit Hott und Hüsch, ab und zu mal Halt! Um die Richtung zu sortieren. Aber! Wir geben nicht auf, bei der zweiten Runde ging dann schon der Slalom um die Bäume, oder die Umrundung des Komposthaufen.
Soweit so gut, für diesen Tag gab es jedoch noch eine Steigerung. Ab in den Wald mit dem Super-Verlasspferd Rispe. (die haut nix um, ehrlich!) Jetzt eine Demonstration von Christel mit Rispe wie das so geht mit den Baumstämmen und dem Unterholz. Sagenhaft - das Pferd schiebt den Stamm unter einem anderen durch. Dabei war der Stamm direkt neben dem Pferd und darüber gestiegen ist Rispe auch noch. Wir waren total begeistert. (In einem Comic würden einem die Augen ausfallen!) So pflügten wir noch durch den Übungsparcours und sammelten die ersten Eindrücke. Beim abschließenden Resümee an diesem Tag waren alle gespannt auf morgen.
2. Tag 17.10.2009
Das Motto mit der Bekleidung hatte immer noch oberste Priorität! 8.30 Uhr Beginn, heute sind wir gleich in die Praxis eingestiegen. Kurze Erklärung der wichtigsten Hilfsmittel wie Sappie, Rückezange, etc.
Danach ging’s los, vier Pferde in den Laster, das Equipment (Geschirre etc.p.p.) dazu, alle Teilnehmer verteilen auf die Autos, genügend Klamotten, was zu trinken, Helme, los ab in den Wald! (Taucherbrille und Schnorchel hätten wir auch fast gebraucht, nur mit Flossen wären die Ausbilder bestimmt nicht einig gewesen, die haben keine Stahlkappen.) Angekommen an unserem Einsatzgebiet begrüßte uns noch kurz der zuständige Förster. Er gab eine Erläuterung warum er das Holzrücken mit Pferd befürwortet. Es ist oft nicht einfach diese sinnvolle Einstellung gegenüber den Bürokraten zu vertreten.
Wohlauf -wohlahn, Pferde abladen, einschirren und ab in den Wald. Eingeteilt in drei Gruppen zu je drei Teilnehmern, ein Ausbilder, ein Pferd stürzten wir uns auf die Bäume. Mutige vor! Da waren sie wieder meine drei Probleme; „Hüsch“, „Hott“ und „Halt“, dazwischen noch - Pferd - Ich - Baumstamm. Zum Glück sind die Pferde solche Gedulds-Engel. Manchmal möchte man doch die Gedanken eines Pferdes lesen können. Allen anfänglichen Schwierigkeiten zum Trotz, es klappte! Wir zogen Stamm um Stamm zu den Rückegassen.
Allen Teilnehmern macht die Arbeit mit den Pferden riesig Spaß, das miese Wetter störte niemanden, es wurde gerückt was das Zeug hielt. Da hatten wir unser Mittagessen LKW (für Nicht-Schwaben; Leber Käs Wecken) in der kuschelig eingeheizten Schutzhütte redlich verdient. Auch die Pferde ließen sich ihr Heu auf dem LKW (hier Last-Kraft-Wagen) schmecken. Eine Stunde Pause, die mit angeregten Diskussionen ausgefüllt war, verging wie im Flug.
Nachmittag zweiter Teil der Praxis, Holzrücken mit 2 PS oder wahlweise 1 PS. Mit 2 PS geht es ja noch flotter, super wie die Pferde von Christel abgestimmt sind, die Stämme flutschten nur so durch den Wald. (oder lag es am Regen?)
Ein sehr ausgefüllter, hoch interessanter Tag im Wald ging dem Ende zu, sogar die Sonne zeigte sich kurz , aber nur zu unserem Gruppenfoto, extra für den IGZ-Newsletter des Landesverband Baden-Württemberg.
Zurück bei Christel versorgten wir die Pferde und trafen uns im warmen Stüble zu Kaffee und Hefezopf um noch einmal alles Revue passieren zu lassen.
Ich denke ich spreche für alle Teilnehmer aus unserem Kurs, ohne zu dick auf zu tragen:
- Spaß hatten wir
- gelernt haben wir viel
- kommen würden wir gerne wieder
Danke an Christel, an ihre beiden Ausbilder, Holger und Claudia, ein dickes Lob an ihre super ausgebildeten Pferde!
Schee war’s !!!!
Karin Kopp
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